Mörderisches Silvester

Auch in diesem Jahr war wieder das Angebot für alle vom Folklorekreis Gütersloh, gemeinsam den Jahreswechsel zu begehen. So machten sich am zweiten Weihnachtsfeiertag Elf Tänzerinnen, Tänzer und Musikerinnen auf den Weg ins hessische Naumburg. Ein kleines romantisches Städtchen im Landkreis Kassel. Vier Ferienwohnungen waren die Herberge für sieben Tage und Ausgangspunkt für Ausflüge und Aktivitäten in die Region. In den gemütlich und hübsch eingerichteten Wohnungen fühlten sich alle schnell wohl. Ein gemeinsamer Partyraum war ideal für das gemeinsame Frühstück und für die geselligen Abende in froher Runde.

Am ersten Tag ging es in den Kurort Bad Wildungen. Bei einem gemütlichen Spaziergang, bei strahlendem Sonnenschein, durch die Altstadt und entlang der Kurkliniken bis zur Wandelhalle, genoss man später das Kaffeetrinken in einem gemütlichen Café.

Am Abend, in geselliger Runde, mundeten die selbst gekochten Nudeln mit der leckeren Bolognese. Aus Rücksicht auf den 1. Vorsitzenden wurden sogar die Paprika für die Soße aufwendig geschält. Rücksichtnahme im Folklorekreis Gütersloh ist halt selbstverständlich. Hochachtung! Der Abend setzte sich fort, mit dem Versuch einer Feuerzangenbowle mit Weißwein. Ein voller Erfolg, wie sich später herausstellte. Plötzlich ein Poltern. Georg stolperte mit blauem Auge, einer Platzwunde am Kopf und offenem Beinbruch in den Raum. Er war gefallen und hatte sich gerade noch bis zum Partyraum schleppen können. Dann brach er ohnmächtig zusammen. Was war zu tun? Der Schreck stand vielen ins Gesicht geschrieben. Margot, seine Frau, panisch, wollte ihm gleich ein Glas Wasser ins Gesicht schütten. Sie kannte sich damit aus. Gabriele wusste gleich: „Wir müssen das Hosenbein weiter aufschneiden“. Katrin hing sofort am Telefon und wolle die 112 anrufen. Andrea und Gabriele brachten den Verletzten in die stabile Seitenlage und legten einen Druckverband an. Alle diese Geschehnisse wurden von unseren Rot-Kreuzlern, die die Szene konstruiert hatten, beobachtet und entsprechend kommentiert. Nachdem der Verletzte gut versorgt war und alle sich vom Schreck wieder erholt hatten, gab es ein paar Fragen zum Thema erste Hilfe, die unsere Jüngsten vorbereitet hatten. Ein abendfüllendes Programm, wie sich herausstellte. Es tat gut, einmal wieder etwas über das Ersthelfer-Thema zu erfahren.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, ging es am nächsten Morgen nach Kassel. Einige hatten das Bedürfnis ein wenig shoppen zu gehen. Im City-Point-Center wurde man dann auch fündig. Wer lieber Out Door shoppen wollte, amüsierte sich auf den verschiedenen Märchen- und Weihnachtsmärkten, die noch geöffnet waren.

Wieder zurück in Naumburg stand nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken, mit leckeren mitgebrachten Kuchen, die Besichtigung der Naumburger Keller auf dem Programm. Ein Angebot der Stadt Naumburg, bei der einige Bürger ihre Kellergewölbe öffneten. Düstere Kellergewölbe, in denen die Bewohner Geschichten über die Bauweise und Vergangenheit Naumburgs erzählen. Einige boten kleine Speisen an, andere wiederum Wein. In anderen Kellern konnte man den Klängen des hiesigen Gesangsvereins lauschen. Das Ganze ist ein empfehlenswertes Angebot für Touristen und Interessierte aus der Region.

An diesem Abend wurde wieder besonders lecker gekocht. Danach wurden die mitgebrachten Spiele auf den Tisch gepackt. Concept, ein Spiel, bei dem Begriffe mit Hilfe von Symbolen erklärt werden mussten. Nicht ganz so einfach, wie sich herausstellte. Mysterium, das zweite Spiel, in dem ein Täter in einem Mordfall gefunden werden musste. Auch in diesem Spiel waren die Hinweise nicht immer eindeutig, was zu viel Belustigung führte. Aber am Ende wurde natürlich auch hier der Täter gefunden.

Geselligkeit und Spaß sind einfach zwei Grundziele, die den Mitgliedern vom Folklorekreis Gütersloh sehr wichtig sind. Der Samstagvormittag stand zur freuen Verfügung. Um 13:30 Uhr sollte die Gruppe zu einer Stadtführung abgeholt werden. Pünktlich trafen sich alle vor der Tür. Der Stadtführer ließ etwas auf sich warten. Das ist für den geübten Folklorekreis natürlich kein Problem. Kurzer Hand wurden Melodien angestimmt und man tanzte auf dem Bürgersteig Haschual und Bäumchen. Sehr zur Freude der Vermieter der Wohnungen. Uwe Bächt war der Stadtführer, der allen Teilnehmern einiges über die hessische Kleinstadt Naumburg erzählen konnte. Unter anderem, dass die Stadt seit 1995 anerkannter Kneippkurort ist. Über das Friedhofstor sowie auch über viele Fachwerkhäuser gab es interessante Geschichten zu erzählen. Teile der ehemaligen Stadtmauer waren zu besichtigen. Vieles über die Streitigkeiten zwischen den Katholiken und Protestanten, die zur Reformationszeit gerade vom Erzbistum Mainz, natürlich nicht gern gesehen wurden. 1684 brannte die Stadt bis auf ein Haus völlig nieder. Danach wurde sie auf den alten Fundamenten neu errichtet. Naumburg, eine Stadt der Grimm’schen Märchen, hat natürlich einen Märchenbrunnen. Da das Wasser im Winter abgelassen wurde, war es für eine Prinzessin, mit ein wenig Unterstützung der Herren, kein Problem dem verwunschenen Frosch einen Kuss zu geben. Leider wurde aus dem Frosch bis zur Abreise kein hübscher Prinz. Gott sei Dank, aus unserer Prinzessin auch keine Froschdame.

Nach etwa 1 ½ Stunden, waren alle gut informiert und reichlich durchgefroren. Ein heißer Kaffee und das passende Stück Kuchen waren da natürlich die ideale Abwechslung und eine sehr willkommene Stärkung. Am Sonntag, nach dem Frühstück fuhr man an den Edersee, der ganz in der Nähe liegt. Das Waldecker Schloss war das erste Ziel. Der ein oder andre wurde, wohl wegen seines Verhaltens, an den Pranger gestellt. Das Vergehen wird natürlich aus datenschutzrechtlichen Gründen hier nicht veröffentlicht. An der Kanone stellte sich die Knaller-Gruppe zum Foto auf. Es herrschte bei allen Beteiligten eine Bombenstimmung.

Weiter ging es zur Edersee-Staumauer. Die 45 Meter Hohe und 400 Meter lange Staumauer staut den Fluss Eder zum drittgrößten Stausee Deutschlands. Der Wasserstand des Sees war, wie im Winter üblich, niedrig. Allerdings auf Grund des heißen Sommers immer noch weit unter normal. Ein Spaziergang über den Damm, bei strahlendem Sonnenschein, war lustig und machte Spaß, weil jeder einen entsprechenden Spruch oder Anekdoten auf den Lippen hatte. Am Ende deckte man sich noch mit einigen Flaschen köstlichem Stachelbeer- und Sauerkirsch-Wein ein.

Das Abendessen wurde am nahegelegenen Hasenacker zu sich genommen. Ein Restaurant, lecker und preiswert, ohne Frage.

Am Silvestertag stand die Stadt Korbach auf dem Programm. Morgens wurden schnell noch ein paar Kleinigkeiten für das abendliche Raclette eingekauft. Bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone von Korbach fanden einige Damen, sogar am letzten Tag des Jahres, noch etwas Hübsches zum Anziehen. Nach einem Rundgang durch die Altstadt von Korbach ging es zurück nach Naumburg.

Nach dem Kaffeetrinken zog man sich ein wenig zurück, um sich für den Silvesterabend vorzubereiten. Die einen nutzten die Zeit für ein neu erworbenes Spiel, die anderen lauschten ihrem Inneren. Um 19:00 Uhr ging es dann los. Alle trafen sich im Partyraum zum Krimispiel: „Das Feuer der Diamanten“ Es ist ein wunderschöner Tag. In einer kleinen Stadt, irgendwo in der Nähe von Moskau, gibt Viktor Lasarew, Russlands mächtigster Diamantenbaron, die Hand seiner Tochter dem ätherisch schönen Sohn, seines indischen Geschäftspartners. Doch der Bräutigam wird seine Braut nicht mehr in ihrem Hochzeitskleid sehen! Es wurde sein Leichnam gefunden.

Der Abend wurde interessant und lustig. Es wurde ausnahmslos sehr viel gelacht und natürlich auch getrauert und geweint. Jeder der Beteiligten spielte seine Rolle perfekt. Um den zukünftigen Spielern, den Spaß nicht zu verderben wird an dieser Stelle nicht mehr verraten. Es ist selbstverständlich, dass hier auch keine Auflösung des Falls preisgegeben wird. Fakt ist, dass der Abend wie „im Fluge“ verging und man den Täter oder Täterin erst kurz vor 24:00 Uhr gefunden hatte. Pünktlich zum Jahreswechsel knallten die Korken und alle fielen sich in die Arme und wünschten sich ein frohes neues Jahr.

Am ersten Tag des Jahres ging es nach dem Frühstück wieder Richtung Heimat. Ein Abschiedsfoto wurde geschossen und alle waren sich einig. Es war eine schöne Zeit zusammen mit Freunden in das neue Jahr zu gehen.

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